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Henry Du Mont ‘Grands Motets pour la chapelle de Louis XIV au Louvre’
Allemandes. Allemande grave. Dialogus de anima. Super flumina Babylonis. Benedic anima mea. Ecce iste venit. Pavane - ALPHA 069
"Eine solche Musik lebt naturgemäß ganz wesentlich von der sängerischen Leistung und die uneitle Perfektion, mit der die Vokalsolisten des Ensemble Pierre Robert hier vorgehen, führt dabei zu einem vollständig überzeugenden Resultat. Sie alle agieren, wo es angemessen ist, durchaus mit religiöser Emphase, konzentrieren sich aber ansonsten auf eine vollkommen runde, auch weiche Tongebung, die die Werke in ihrer erhabenen Größe erleben läßt. Die Sänger harmonieren dabei untereinander nicht nur in der Abstimmung, sondern auch klangfarblich in wohltuender Weise. Die Instrumentalisten liefern ihnen dazu ein stabiles Grundgerüst. Bei den sinnvoll eingeschobenen Orgelsätzen darf der Ensembleleiter Frédéric Desenclos solistisch glänzen. Die Tontechniker haben dies alles in bewährter "Alpha-Manier" mit einem vollen, transparenten und dennoch warmen Klangbild eingefangen. Leider bietet das informative Bookelt den Text einmal mehr nur in französischer und englischer Sprache."
Musikansich – May 2005
 
Hervorragende Interpreten...
"... gibt es heute wie es sie damals auch am Hof des Königs gab (man denkebeispielsweise an die legendären ‘24 violons du roi’). Unter der Leitung von Frédéric Desenclos entfalten Sänger und Sängerinnen ebenso wie das Instrumentalensemble ihr Können. Ziel der Aufnahme ist es dem historischen Original möglichst nahe zu kommen. Die vier aufgenommenen Motetten sind in ihrer üppigen musikalischen Schönheit von einem breiten und ausladenden Klangbild dominiert. Diese Breite verbindet sich jedoch mit einer hohen technischen Exaktheit welche dem Geschehen eine größtmögliche Transparenz verleiht. Details gehen in der Klangfülle nicht verloren. Die offensichtliche Freude am gemeinsamen Musizieren und die Professionalität ergeben mit der einwandfreien Aufnahmequalität einen Genuss für den Zuhörer. Die Musik pulsiert und atmet förmlich. In der Motette ‘Dialogus de anima’ erklingt nach einem instrumentalen Vorspiel der Dialog zwischen Bariton und Bass. Die Stimmführung, die Behandlung der Vokale und Textteile, die instrumentale Begleitung welche die Melodien stützt und verfeinert – alles fügt sich zu einem schönen Vortrag.

Die Motette ‘Ecce iste venit’ beginnt unmittelbar mit dem Einsatz des gesamten Ensembles. Die Komposition stimmt Solo-, Chor- und Instrumentalteile sorgfältig aufeinander ab. Die Möglichkeiten welche den Noten innewohnen werden zum Leben erweckt. Umrahmt werden die Motetten von fünf höfischen Tänzen. Eine Pavane und viermal eine Allemande werden von F. Desenclos auf Orgel gespielt. Diese Tänze spielten im höfischen Leben eine große Rolle. Es handelt sich um Stücke mit symmetrischem Periodenbau in Rhythmik und Melodik - Schreittänze mit meist wechselnder Paarbildung. Die ‘Königin’ der Instrumente’ verleiht diesen Tanzsätzen einen feierlichen Charakter und macht sie so zu würdigen Begleitstücken für die Motetten. Klanglich müssen leider einige Abstriche gemacht werden, da sich die Mechanik der Orgel allzu hörbar in die Aufnahme eingenistet hat. Vor allem in der Allemande nach ‘Super flumina Babylonis’ wird dies bemerkbar.

Das Beiheft in der Kartonhülle gestaltet sich zu einer Herausforderung für Freunde barocker Musik, welche ihre Kenntnisse in den Fremdsprachen Englisch und Französische überprüfen wollen. Deutsche Übersetzungen kommen nicht vor. Die Texte sind jedoch von hohem Informationsgehalt, und wer sich diesen nicht entgehen lassen möchte wird nicht umhin kommen, ggf. ein Wörterbuch zu konsultieren. Auf den grau hinterlegten Eingangsseiten befindet sich eine Besprechung des Gemäldes welches für Cover und Bebilderung verwendet wurde. Es zeigt die heilige Cäcilia. Die historischen Hintergründe werden ausführlich dargestellt. Die lateinischen Texte der Motetten sind mit englischer und französischer Übersetzung abgedruckt. Die Ensemblemitglieder sind namentlich erwähnt, näheres erfährt man nicht über sie."

Klassik.com – June 2005
Interpretation: ****
Klangqualität: ****
Repertoirewert: ****
Booklet: ***